Am 4. März ist Weltadipositas-Tag. Ein Tag, der oft für oberflächliche Tipps zu Ernährung und Sport genutzt wird. Doch wir schauen tiefer: Das größte Hindernis für Menschen mit Adipositas ist oft nicht die Waage, sondern ein System, das sie unsichtbar macht, stigmatisiert und ihnen grundlegende Rechte verwehrt.
„Nehmen Sie erst mal ab, dann verschwinden auch die Schmerzen.“ Sätze wie dieser sind für viele Betroffene Alltag. Wenn medizinisches Personal Symptome ignoriert und notwendige Untersuchungen (wie Blutbilder oder MRTs) verweigert, weil sie die Ursache allein im Gewicht vermuten, sprechen wir von Medical Gaslighting.
Das führt dazu, dass ernsthafte Erkrankungen zu spät erkannt werden und das Vertrauen in die Medizin zerbricht. Über die tatsächlichen Ursachen des Gewichts und moderne Therapieoptionen wird dabei viel zu selten gesprochen.
Zur Stigmatisierung gehört auch die mangelhafte Ausstattung von Praxen und Kliniken. Unzureichende Stühle und Betten sowie deren begrenzte Tragfähigkeit sind oft nur die Spitze des Eisbergs. Reglementierte OP-Tische, Behandlungsstühle oder Diagnosegeräte wie CT und MRT, die nicht für schwergewichtige Menschen ausgelegt sind, machen eine adäquate Behandlung oft schlichtweg unmöglich. Barrierefreiheit muss auch für Menschen mit Adipositas gelten.
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Obwohl die Adipositas als chronische Krankheit anerkannt ist, klafft in der Versorgung eine riesige Lücke:
Wir brauchen eine Politik, die Lebenswelten gestaltet, anstatt nur an das Individuum zu appellieren. Dazu gehören:
Wir fordern die Einhaltung dieser Rechte – für alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von ihrem Gewicht.