Pressemitteilung

Micha
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22. Feb. 2026
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Die CDU erteilte der Forderung nach einer nach Zuckergehalt eine Absage. Unsere Stellungnahme hierzu finden Sie hier.

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Pressemitteilung zum Beschuss des CDU Parteitages am 21.02.2026

Hintergrund

Die CDU erteilte der Forderung nach einer nach Zuckergehalt gestaffelten Abgabe (nach dem Vorbild des „Schleswig-Holstein-Modells“) eine Absage. Im Wortlaut der Debatte und der Begründungen kristallisierten sich folgende Punkte heraus:

  • Gegen „Bevormundung“: Die Delegierten betonten, dass eine solche Steuer keine echte Gesundheitspolitik sei, sondern eine „Bevormundungspolitik“.
  • Priorität für Aufklärung: Der Beschluss hält fest, dass man auf „Aufklärung statt Verbote“ setze. Die Eigenverantwortung der Bürger müsse im Vordergrund stehen.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Ein weiteres Argument gegen die Abgabe war der Schutz der Wirtschaft und die Vermeidung zusätzlicher bürokratischer Belastungen für die Industrie.

Hierzu beziehen wir als AdipositasHilfe Deutschland e.V. eindeutig Stellung:

PRESSEMITTEILUNG

Welt-Adipositas-Tag am 4. März: AdipositasHilfe Deutschland kritisiert „Stuttgarter Signal“ der CDU – Aufklärung allein heilt keine chronisch Kranken

Winsen (Luhe) – Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 4. März zieht die AdipositasHilfe Deutschland eine bittere Bilanz nach dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart. Die dortige Ablehnung einer Herstellerabgabe auf Süßgetränke mit dem Verweis auf „Eigenverantwortung“ und „Aufklärung“ zeugt nach Ansicht der Patientenorganisation von einer gefährlichen Realitätsverweigerung in der Gesundheitspolitik.

„Wer im Jahr 2026 noch immer glaubt, eine chronische Erkrankung wie Adipositas mit Broschüren und Appellen an die Disziplin besiegen zu können, ignoriert die medizinische Evidenz“, erklärt der 1. Vorsitzende Michael Wirtz. „Während die CDU in Stuttgart jegliche Verhältnisprävention als 'Bevormundung' abkanzelt, lässt sie Millionen Betroffene in einer unsichtbaren Versorgungswüste allein.“

Die zentralen Kritikpunkte:

  • Der „Stuttgarter Beschluss“ zementiert Fehlstrukturen: Die Blockade der Zuckersteuer schützt die Industrie, nicht die Patienten. Eine gesunde Wahl wird so weiterhin zur schwersten Wahl gemacht.
  • Gaps in Care – Das unsichtbare Versagen: Die CDU betont die Eigenverantwortung, schweigt aber zu den eklatanten Versorgungslücken. Das Disease-Management-Programm (DMP) Adipositas existiert nur auf dem Papier. Es fehlen flächendeckende Verträge, sodass Patienten trotz Diagnose keine strukturierte Behandlung erhalten.
  • Stoppt das Medical Gaslighting: Die politische Rhetorik der „reinen Aufklärung“ befeuert die Stigmatisierung. Wenn die Politik suggeriert, man müsse es nur besser wissen, legitimiert dies das Abwerten von Symptomen in der Arztpraxis. Patienten werden oft nicht ernst genommen, sondern auf ihr Gewicht reduziert – ein systemisches Problem, das durch den Fokus auf „Eigenverantwortung“ verschärft wird.

Wir fordern die Union auf: Beenden Sie die reine Symptombekämpfung von Folgeerkrankungen und schließen Sie endlich die Versorgungslücken in der Adipositas-Therapie!

Kontakt:
Michael Wirtz
Tel.: 04171 / 136 57 16
Mail: michael.wirtz@adipositas-selbsthilfe.de

Die Pressemitteilung können Sie hier direkt herunterladen