Die CDU erteilte der Forderung nach einer nach Zuckergehalt eine Absage. Unsere Stellungnahme hierzu finden Sie hier.
Pressemitteilung zum Beschuss des CDU Parteitages am 21.02.2026
Die CDU erteilte der Forderung nach einer nach Zuckergehalt gestaffelten Abgabe (nach dem Vorbild des „Schleswig-Holstein-Modells“) eine Absage. Im Wortlaut der Debatte und der Begründungen kristallisierten sich folgende Punkte heraus:
PRESSEMITTEILUNG
Welt-Adipositas-Tag am 4. März: AdipositasHilfe Deutschland kritisiert „Stuttgarter Signal“ der CDU – Aufklärung allein heilt keine chronisch Kranken
Winsen (Luhe) – Anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 4. März zieht die AdipositasHilfe Deutschland eine bittere Bilanz nach dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart. Die dortige Ablehnung einer Herstellerabgabe auf Süßgetränke mit dem Verweis auf „Eigenverantwortung“ und „Aufklärung“ zeugt nach Ansicht der Patientenorganisation von einer gefährlichen Realitätsverweigerung in der Gesundheitspolitik.
„Wer im Jahr 2026 noch immer glaubt, eine chronische Erkrankung wie Adipositas mit Broschüren und Appellen an die Disziplin besiegen zu können, ignoriert die medizinische Evidenz“, erklärt der 1. Vorsitzende Michael Wirtz. „Während die CDU in Stuttgart jegliche Verhältnisprävention als 'Bevormundung' abkanzelt, lässt sie Millionen Betroffene in einer unsichtbaren Versorgungswüste allein.“
Die zentralen Kritikpunkte:
Wir fordern die Union auf: Beenden Sie die reine Symptombekämpfung von Folgeerkrankungen und schließen Sie endlich die Versorgungslücken in der Adipositas-Therapie!Kontakt:Michael WirtzTel.: 04171 / 136 57 16Mail: michael.wirtz@adipositas-selbsthilfe.de
Die Pressemitteilung können Sie hier direkt herunterladen
Am 4. März ist Weltadipositas-Tag. Ein Tag, der oft für oberflächliche Tipps zu Ernährung und Sport genutzt wird. Doch wir schauen tiefer: Das größte Hindernis für Menschen mit Adipositas ist oft nicht die Waage, sondern ein System, das sie unsichtbar macht, stigmatisiert und ihnen grundlegende Rechte verwehrt.
„Nehmen Sie erst mal ab, dann verschwinden auch die Schmerzen.“ Sätze wie dieser sind für viele Betroffene Alltag. Wenn medizinisches Personal Symptome ignoriert und notwendige Untersuchungen (wie Blutbilder oder MRTs) verweigert, weil sie die Ursache allein im Gewicht vermuten, sprechen wir von Medical Gaslighting.
Das führt dazu, dass ernsthafte Erkrankungen zu spät erkannt werden und das Vertrauen in die Medizin zerbricht. Über die tatsächlichen Ursachen des Gewichts und moderne Therapieoptionen wird dabei viel zu selten gesprochen.
Zur Stigmatisierung gehört auch die mangelhafte Ausstattung von Praxen und Kliniken. Unzureichende Stühle und Betten sowie deren begrenzte Tragfähigkeit sind oft nur die Spitze des Eisbergs. Reglementierte OP-Tische, Behandlungsstühle oder Diagnosegeräte wie CT und MRT, die nicht für schwergewichtige Menschen ausgelegt sind, machen eine adäquate Behandlung oft schlichtweg unmöglich. Barrierefreiheit muss auch für Menschen mit Adipositas gelten.
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Obwohl die Adipositas als chronische Krankheit anerkannt ist, klafft in der Versorgung eine riesige Lücke:
Wir brauchen eine Politik, die Lebenswelten gestaltet, anstatt nur an das Individuum zu appellieren. Dazu gehören:
Wir fordern die Einhaltung dieser Rechte – für alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von ihrem Gewicht.
Das DMP Adipositas für Erwachsene tritt zum 01.07.2024 in Kraft. Was steht drin?
ein strukturiertes Behandlungsprogramm für alle Menschen mit der Erkrankung Adipositas?
DMP (Disease Management Programs) wurden geschaffen um Menschen mit chronischen Erkrankungen eine optimale Versorgung anbieten zu können. So die Theorie. Eine Übersicht über bestehende DMP findet Ihr auf den Seiten des Gemeinsamen Bundesausschuss Aktuell gibt es für 11 Krankheitsbilder ein DMP. Ab 01.07. wird die Richtlinie für das DMP Adipositas gültig und somit als 12. DMP aktiv.
Ob ein DMP in die Versorgung -also zu uns kommt - hängt davon ab Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen Verträge schliessen. Im Bereich Westfalen-Lippe sind es zum Beispiel aktuell 7 DMP, die angeboten werden.
Die Einschlusskriterien lauten wir folgt:
Als krankheitsbezogene Einschlusskriterien für das DMP Adipositas gelten: eine Adipositas Grad 1 (BMI größer oder gleich 30 kg/m² und kleiner als 35 kg/m² und mindestens eine der folgenden Komorbiditäten: Diabetes mellitus Typ 2 Arterielle Hypertonie Obstruktives Schlafapnoe Syndrom Stabile Koronare Herzkrankheit Stabile chronische Herzinsuffizienz Prädiabtes (... HbA1c 5,7% bis kleiner 6,5%, bei Patientinnen und Patienten ohne Diabetestherapie)oder eine Adipositas Grad 2 und größer (BMI größer oder gleich 35kg/m²) DMP-Anforderungsrichtlinie des G-BA- Inkrafttreten am 01.07.2024
Als krankheitsbezogene Einschlusskriterien für das DMP Adipositas gelten:
Anmerkung: Die Patientenvertretung hat versucht, dass die Einstiegshürde mit den Begleiterkrankungen nicht aufgenommen wird. Mangels Stimmrecht im G-BA waren wir leider chancenlos. Aus unserer Sicht ist dies total verfehlt, da der Gesetzestext ausdrücklich darauf hinwies, dass Menschen mit Adipositas versorgt werden sollen, die noch nicht mit einem anderen DMP versorgt sind. Für ALLE genannten Begleiterkrankungen gibt es bereits DMP, die Therapien könnten konträr sein!
Das ist eine gute Frage. Es gibt sehr viele gute Programme, die nicht aufgenommen wurden, weil sie entweder nicht flächendeckend verfügbar sind oder eine Formula - Phase beinhalten. Formula-Phasen dürfen per Gesetz nicht erstattet werden. Somit waren diese raus obwohl sie von den Ergebnissen mit am besten sind.
Es bleibt abzuwarten, welche Programme regional in die Versorgungsverträge aufgenommen werden.
Auch diese Therapieoption wird es nicht geben, solange man sich nicht einig ist, ob das Medikament erstattet werden darf. Am Ende wird es den gleichen Weg wie mit der bariatrischen / metabolischen Chirurgie geben müssen. Mehrere Klagen bis zum Bundessozialgericht, die die Kassen verlieren und der Druck auf die Entscheider zu groß wird.Nur zur Klarstellung: Die Kassen DÜRFEN das Medikament bei der Indikation Adipositas nicht erstatten. Das muss der Gesetzgeber oder der G-BA klären.
Auch hier war man der Meinung, dass das nicht so wichtig ist. Das Einzige was hierzu in der Richtlinie steht ist:
Es ist auf die Notwendigkeit einer lebenslangen Nachsorge nach chirurgischer Therapie hinzuweisen
Anmerkung:Aus unserer Sicht, lässt man auch hier tausende Betroffene im Regen stehen
Das DMP Adipositas könnte - wie andere DMP - ein reiner Papiertiger sein und nicht in die Versorgung kommen. Menschen mit der Erkrankung aus dem DMP auszuschließen, weil sie anscheinend noch nicht ausreichend krank sind, ist aus unserer Sicht ein Unding. Es macht den Anschein, dass man Krankheiten nur verwalten möchte anstatt frühzeitig zu therapieren.
Einige Stimmen sagen "Ja, es ist ein Anfang". Wenn allerdings das Fundament schlecht ist, wie möchte man die Welle an Menschen, die an der Adipositas erkrankt sind und noch erkranken werden, noch aufhalten können. Gesellschaftspolitisch und volkswirtschaftlich völlig unsinnig.
Wir bleiben auf jeden Fall an dem Thema dran und informieren Euch weiter.